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Mobile First: Warum Unternehmen ihre Online-Aktivitäten überdenken müssen und Paid Content in jedem Medium möglich ist

Kaum hat sich das Web- oder Online-First-Prinzip in der Informationsvermittlung Geltung verschafft, weicht es einem neuen. “Online” bedeutet heute “unwired” und vor allem mobil. Schon im November 2009, weit vor dem ganz großen Boom der Tablets und Smartphones also, postulierte Luke Wroblewski das Prinzip Mobile First. Nicht als Prophet eines explosiv wachsenden Marktes, sondern als Denker in digitalen Strukturen und Gestalter nutzbringender Information.

Beflügelt von neuen Geräten hat sich das enorme Wachstum der mobilen Internetnutzung im vergangenen Jahr weiter beschleunigt. Apple verkaufte im letzten Quartal weltweit so viele iPhones wie nie zuvor in der ohnehin sehr erfolgreichen Geschichte dieses Produkts.

Der Absatz von Smartphones anderer Hersteller stieg weltweit ebenfalls an. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr fast 12 Millionen solcher Geräte insgesamt verkauft. 2010 waren es noch 9 Millionen. Rechnet man den Absatz vergangener Jahre hinzu, wurden in Deutschland bislang rund 30 Millionen Smartphones verkauft.

Auch der Tablet-Markt boomt: Allein im 4. Quartal 2011 griffen weltweit rund 27 Millionen Käufer zum kleinen Flachen. Ein Jahr zuvor waren es im selben Zeitraum noch rund zehn Millionen. Marktführer ist nach wie vor Apple, dessen iPad im 4. Quartal 2011 einen Marktanteil von fast 60 Prozent am weltweiten Tablet-Absatz erreichte. Das von manchen Experten ursprünglich als Konkurrent bezeichnete Kindle Fire, in erster Linie für das Lesen von eBooks konzipiert, wird einer aktuellen Prognose zufolge zwar ebenfalls steigende Absätze verzeichnen, gegenüber den iPad-Zahlen aber deutlich zurückbleiben.

Auf welchen Geräten die Nutzer künftig Inhalte aus dem Internet abrufen und konsumieren, spielt für Luke Wroblewski nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, dass sie es vermehrt mobil machen werden. Im Jahr 2015 erwartet er für Asien, die USA und Afrika, dass über die Hälfte der Menschen sogar ausschließlich mobil online gehen. “Mobile Only” oder “Mobile First” – für Wroblewski steht fest, dass Unternehmen umdenken müssen.

Der Wachstumsmarkt ist zwar der auslösende Grund, als großen Vorteil seiner Herangehensweise bezeichnet er aber vor allem die Tatsache, dass der Mobile-First-Ansatz dazu zwingt, sich von Anfang an auf das Wesentliche zu konzentrieren; anstatt später zu versuchen, inhaltsschwere und überfrachtete Webseiten in eine mobil akzeptable Form zu bringen.

Was sein Ansatz bedeutet und welche Vorteile seine Herangehensweise bringt, zeigt Luke Wroblewski in Präsentationen auf seiner Website und – trotzdem oder erst Recht – auch in einem äußerst traditionellen Medium: Sein Buch heißt wie sein Thema “Mobile First” und ist bei A Book Apart erschienen.

Warum macht einer, der sich auf Twitter als “digital product design & strategy guy” bezeichnet, der in seinen Vorträgen dazu einlädt, ihm auf Twitter oder LinkedIn zu folgen, Fragen zu stellen und zu diskutieren, warum macht ausgerechnet so einer ein Buch? Ein gedrucktes noch dazu! Und wie schafft er es, sowohl die Print- als auch die eBook-Version zu verkaufen, obwohl sämtliche Inhalte praktisch vollständig auch gratis im Netz zu finden sind?

Das Problem vieler Verlage, deren Inhalte sich bisweilen weder im Netz noch in gedruckter Form als rentabler Paid Content absetzen lassen, existiert für Luke Wroblewski nicht. Was die Verlage falsch machen und er selbst offensichtlich richtig, hat er in einem Interview mit Forbes-Autor Anthony Wing Kosner erklärt. “Menschen bezahlen für Inhalte, die sie haben wollen. Das gilt für jedes Medium, das wir haben.”

Gedruckt, online oder mobil – für Luke Wroblewski geht es grundsätzlich nur um drei Dinge: die Qualität der Inhalte, die Verpackung und das Erlebnis.

Gewiss gibt es auf die Frage, wie Paid Content funktioniert, verschiedene und vor allem ausführliche Antworten. Schließlich ist das Thema wie alles auf der Welt komplex. Aber ob sie besser sind als die drei Grundsätze, die Luke Wroblewski nennt?

Mobile First by Luke Wroblewski

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